Nadia Auer

Hotel Storchen, Zürich

«Ich will eine der Besten im Sudtirol werden»

Die Panna cotta war zu lange im Schockfroster. «Und dann habe ich beim Pré-Dessert auch noch Salz mit Zucker verwechselt», sagt Nadia Auer. Damit war sie in bester Gesellschaft: In der Hitze des Wettbewerbs passierte das auch zwei ihrer Mitstreiter.

Für Auer ist es bereits die zweite Teilnahme am marmite youngster: Entsprechend konnte sie die Erfahrungen vom letzten Mal einbringen und sich verbessern. Nur schon die Vorbereitung auf den Nachwuchswettbewerb lief dieses Jahr anders ab: Neben Auer trat nämlich auch ihre Arbeitskollegin Kalina Yordanova an, mit der sie gemeinsam die temporäre Verantwortung für die Patisserie im Hotel Storchen in Zürich übernommen hat. Die Zeit für die Vorbereitung war für die beiden knapp, dafür fanden sie Support beieinander und konnten sich ohne Konkurrenzdenken fördern und unterstützen. Auer sagt über Yordanova: «Sie ist mein ruhender Pol.»

Bei ihrer Kreation setzte Auer auf die Frucht Asimina. Diese stammt ursprünglich aus Amerika und wird von einem Obstbauern in ihrer Heimat Südtirol angebaut. Und wie ist sie geschmacklich? «Jede schmeckt was anderes, beispielsweise nach Mango, Vanille, Litschi oder Kaki», beschreibt die Patissière ihre Hauptkomponente. Zum Motto des diesjährigen marmite youngster sagt sie: «Die Frucht und auch ich – wir sind beide reif für die grosse Bühne.»

Nach der Matura absolvierte die heute 25-Jährige die Ausbildung zur Konditorin im Südtirol. In die Schweiz wollte sie anschliessend unbedingt, «weil die Schweiz in Sachen Patisserie und Konditorei weltweit führend ist». Seit sechs Jahren hat Auer ihr Patisserie-Hobby zum Beruf gemacht. «Beim marmite youngster will ich beweisen, was ich draufhabe.» Sie hat in ihrer Karriere bereits an verschiedensten Orten Erfahrungen gesammelt, das Hotel Storchen sei bis jetzt aber ihr prägendster Arbeitgeber. Spricht man die Finalistin auf ihre Lieblingsküche an, lacht sie herzlich. «Ich bin eine typische Südtirolerin. Heute gibt es Sauerteig-Bruschetta mit Tomaten, morgen Speckknödel oder Kaiserschmarrn und dann Spaghetti Carbonara.» Auer ist ein bodenständiger Familienmensch und weiss schon jetzt, dass sie später wieder nach Hause zurück will. «Meine Familie ist mein sicherer Hafen.» Und für ihre Rückkehr in die Heimat hat sie ein Ziel, das sie sich erst hier in der Schweiz vorgenommen hat: «Ich will eine der besten Patissièren Südtirols werden.» In diesem Sinne arbeitet Auer nun auf einen Posten als Chef-Patissière hin.

Für ihre zwei Malheurs in der Küche gibt es übrigens ein Happy End zu vermelden: Die Verwechslung von Salz und Zucker bemerkte Auer früh genug. Und die tiefgefrorene Panna Cotta konnte sie, weil sie gut in der Zeit lag, wieder auftauen lassen.

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