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Andrea Werth

marmite youngster  2015
Gourmet-Restaurant Lampart's, Hägendorf

Wissen Sie, was Andrea bedeutet? Die Tapfere, die Unerschrockene. Die Etymologie des Namens könnte nicht treffender sein bei Andrea Werth. Sie ist eine kleine Person, doch ihr voraus eilt eine nicht ganz erklärbare Energiewolke – man dreht sich nach der Bündnerin um, bevor sie überhaupt im Raum steht. Ein Phänomen, diese Andrea. Nervosität am Finaltag? Ach was! Irgendwelche Patzer beim Finalkochen? «Alles tipptopp.» Erleichtert, dass es vorbei ist? «Was, ist es schon vorbei?!» Es ist ihr erster Wettbewerb. Nein, es ist noch nicht ganz vorbei. Bevor sie wieder nach Hägendorf zurückfährt, muss sie noch von ihrem Gericht erzählen: «Ich hatte ein Riesenglück, dass ich meinen Chef auf der Reise in die Wachau begleiten durfte. Dort hat er zusammen mit Toni Mörwald gekocht.» Als sie bei der Koryphäe in der Küche stand, steckte sie als Erstes – ganz unerschrocken – ihre Nase in alle Küchenkästchen. Und entdeckte ein übrig gebliebenes Glas mit schwarzem, undefinierbarem Inhalt. «Herr Mörwald erklärte mir, dass das schwarze Baumnüsse sind, eine Spezialität aus der Region. Ich war fasziniert.» Er streckte ihr das Glas entgegen: «Nimm es mit, experimentier damit.» Das Aprikosenkernöl und den Aprikosenessig, die auch bei der «Küchen-Razzia» zutage kamen, packte er ihr ebenfalls mit ein. Angespornt von dieser Begegnung und den Neuentdeckungen, konnte Andrea Werth während der ganzen Heimfahrt an nichts anderes als an ihre Kreation denken. Etwas fehlt, etwas muss noch..., aber was? «Plötzlich wusste ich, was ich noch für mein Dessert brauchte.» Etwas, das es so gar noch nicht gab: Quark aus Geissenmilch. Fürs Glacé. Zurück in der Schweiz kontaktierte sie sofort Pia Mattmann, die Käserin vom Biohof in Grosswangen, die für sie den Geissenquark kreierte. Jetzt fehlte nur noch die Praxis. «Herr Lampart hat sich sehr viel Zeit für Guy und mich genommen.» Gemeinsam mit Guy Estoppey, ebenfalls marmite youngster Finalist, übten sie zu dritt jeden Schritt bis ins feinste Detail. Andrea Werth lehnt sich etwas vor und senkt die Stimme: «Darf ich ehrlich sein?» Aber bitte! «Manchmal haben wir mehr geübt, als gearbeitet!» Sie lacht – und man begreift ihre Unerschrockenheit noch ein bisschen besser.

Rezept | Meine Reise durch die Wachau: Quarkknödel mit Dörraprikosen, Ziegerquark, Aprikosenessig, Walnüsse

Geburtsdatum 18.02.1992
Lehrbetrieb Romantikhotel Chesa Grischuna, Klosters
Lieblingskoch Andreas Caminada
Hobbies In Kochbüchern schmöckern und auswärts essen